Rezensionen zur Querflötenfibel

     
 

Rezensionen zur Querflötenfibel

Rezension aus «Handbuch Querflöte» Bärenreiter-Verlag (1999)

Rezension aus "Animato" 5/95 (Verband Musikschulen Schweiz)

Rezension aus "Schweizer musikpädagogische Blätter"1/97

Rezension aus "Ueben und Musizieren" 3/95Rezension aus "TIBIA" 2/95

Rezension aus "Flöte AKTUELL" 2&3/95

Rezension aus "Flöte AKTUELL" 2/2009

 

Rezension aus «Handbuch Querflöte» Bärenreiter-Verlag (1999) (ungekürzt)

Durchdacht und sehr solide in bezug auf das «Handwerkszeug» des Flötisten präsentiert sich die «Querflötenfibel» von Alexander Hanselmann. Der Schüler wird umfassend musikalisiert und erhält neben einem sehr abwechslungsreichen Literaturangebot in großer Stilvielfalt ein «Vademecum» (Theorieband «Die Fundgrube») das als ständiger Begleiter zu Band 1-3 verwendet werden kann. Enthalten sind hier Lernhilfen, ein Theorieteil, Grifftabellen und Register, außerdem ein kleines Lexikon, das über einige theoretische und musikgeschichtliche Aspekte Auskunft gibt. Erklärungen zu Atmung, Haltung etc. werden bewußt kurz gefaßt, um dem Lehrer Spielraum zu lassen. Die Intonationsübungen können als tägliche Einspielübungen verwendet werden. Neben Improvisationen und der Vermittlung musikalischer Kenntnisse werden Schüler und Lehrer in allen Bänden zu eigener Kreativität aufgefordert.

  • Band 1, «Die ersten Schritte», beginnt mit inspirierenden Übungen auf dem Kopfstück. Es fol-gen neben Ton-, Finger-, Artikulations- und Rhythmusübungen Spielstücke und Improvisationsübungen über Akkordfolgen. Das frühe Überblasen wird empfohlen, ebenso ein freier Umgang mit dem Material.

  • Band 2, «Tanzen und Springen», führt die rhythmischen Übungen und das Improvisationsprogramm weiter. Der Tonumfang wird nicht erweitert, die Tonleitern und damit auch die Chromatik werden systematisch aufgebaut und auch mit Transpositionen trainiert.

  • Band 3, «Gratwanderungen», kann im Unterricht mit Band 2 kombiniert werden. Dieses Heft befaßt sich hauptsächlich mit der dritten Oktave bis c4. Einige neue Spieltechniken wie z. B. «Singen und Spielen» werden eingeführt.

Etwas irreführend erscheint die Wahl des Titels «Querflötenfibel», da eine «Fibel» im deutschen Sprachgebrauch vorrangig in der Grundschulpädagogik Verwendung findet.
Gabriele Busch-Salmen und Adelheid Krause-Pichler (Herausgeber)

    

 

 

 

Rezension aus "Animato" 5/95 (Verband Musikschulen Schweiz) (ungekürzt)

Alexander Hanselmann sagt im Vorwort zu seiner vierbändigen Querflötenschule: «Es gibt viele Wege nach Rom und fast ebenso viele Flötenschulen. Dennoch hat mich die Aufgabe gereizt, dieser reichhaltigen Auswahl meinen eigenen Weg hinzuzufügen. Dabei versuchte ich, einen didaktisch sinnvollen Aufbau so in ein offenes Konzept einzubauen, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur sukzessive die Querflöte beherrschen lernen, sondern immer mehr auch der Spass am Spiel vermittelt wird. Neu Gelerntes wird deshalb in einer Begleitstimme und/oder Akkordsymbolen ergänzt, damit auch das gemeinsame Musizieren von Anfang an gepflegt werden kann.» Nach gründlicher Durchsicht der vier Bände kann ich das Unterrichtswerk sehr empfehlen.

Band 1 behandelt den Grundlehrstoff und kann nach der Erfahrung des Autors in gut einem Jahr durchgearbeitet werden. Der Aufbau ist sorgfältig, progressiv und wird den Schüler niemals überfordern. Das Überblasen der Töne wird früh eingeführt. Am Ende des ersten Bandes sollte der Schüler mit dem Tonumfang bis d"' und den Dur-Tonarten bis zu drei Vorzeichen vertraut sein. Stilistisch wird vieles geboten in geschickter Abwechslung zwischen Klassik im weitesten Sinn, Folk und vom Autor komponierten, gefälligen Melodien, die dem jeweiligen Stand des flötistischen Könnens entsprechen. Was mich etwas stört ist, dass die Zeichensprache (Symbole in den Kästchen) nur im Ergänzungsband «Fundgrube» erklärt wird. Ein Schüler kauft vielleicht zuerst nur einen Band. Natürlich kann dann der kästchensymbolgewohnte Lehrer Erklärungshilfen leisten.

Band 2 bringt im theoretischen Bereich die Moll-Tonleitern bis zu drei Vorzeichen und die chromatische Tonleiter. Rhythmisch wird es lebendiger und auch schwieriger. Die Stückauswahl ist dem nun gefestigten technischen Können entsprechend breitet, wohldurchdacht und sehr originell. Mani-Matter-Lieder (mir Text) wechseln sich ab mit Kompositionen von Bach, Mozart und Corelli, Volksliedern aus aller Welt und einigen hübschen Stücken des Autors. Es sind wohlgefügte Bausteine in diesem musizier- und tanzfreudigen Band, der die Schüler zu befreitem, lebendigem Spiel führen kann. Auch der Humor findet seinen oft verkannten Platz.

Band 3 weist mit dem Titel «Gratwanderungen» in die Höhe, nämlich in die dritte Oktave. Gleich im ersten Kapitel werden technische Übungen in Es-Dur angeboten, gefolgt von entsprechenden Melodien, die konsequent in der dritten Oktave gehalten sind. Das letzte Kapitel bringt technische Übungen und Chromatik, aufsteigend bis cis"". Die siebzehn Kapitel dazwischen sind meistens gleich aufgebaut: kurze Einspielübung, dann zweistimmige Melodien aus verschiedenen Stilrichtungen, wie in den beiden ersten Bänden. Es werden auch moderne Spieltechniken vorgestellt, wie z.B. Spacenotation, Obertonreihe, Messiaensche Rhythmen etc. Erneut wird oft auf «Die Fundgrube», die unerlässliche, hingewiesen.

Die Fundgrube. Dieser Theorieband umfasst 64 kleine Kapitel. All jenes Wissen, welches einen Querflötenschüler interessieren sollte und welches vom gewissenhaften Lehrer oft weitergegeben, vom Schüler aber ebenso oft vergessen wird, erscheint hier schriftlich zusammengefasst. Z.B. werden wieder Einspiel-, Atem-, Tonlese- und Rhythmusübungen angeboten. Es wird u.a. von den Notenwerten und Pausen, von Quinten- und Quartenzirkel, von Tempo- und Vortragsbezeichnungen gesprochen. Die Epochen der Musikgeschichte, die Entwicklung von Jazz und Rock, die Geschichte der Querflöte werden kurz vorgestellt. Tonleiterübungen, eine Triller- und Grifftabelle runden den vierten Band dieser wertvollen und originellen Querflötenschule des Ostschweizer Flötisten ab.

Heidi Winiger

   

 

 

 

Rezension aus "Schweizer musikpädagogische Blätter"1/97 (ungekürzt)

Alexander Hanselmann widmet seine Flötenschule "denjenigen Menschen, die durch diese Schule das Querflötenspiel erlernen." Das ist nur natürlich. Denkt man. Tatsächlich ist in dieser Widmung ein breites Zielpublikum angesprochen. Spass am Spiel, am Lernen - dies oft mit gleichen Rastern (z.B. bei Übungen zu neuen Griffen) - soll gewährleistet sein.
Die Cartoons von Kurt Goetz verdeutlichen das offenbar Gemeinte: das Zielpublikum wird zwar geduzt, scheint aber alterslos. Demzufolge sucht man den Weg eines beliebig alten Menschen in der Auseinandersetzung mit dem Querflötenspiel. Der Lernende soll den Rat einer Lehrkraft beanspruchen, die Schule ist, wie vom Autor betont, kein Werk für autodidaktische Arbeit. Dies einmal erwähnt, lässt nachdenklich werden.

Bei jungen Flötenspielerinnen und -spielern wird die Arbeit zusammen mit einer Lehrkraft vorausgesetzt. Wie geht es dem Erwachsenen? Benötigt er nur eine Schule oder auch die Anweisung durch eine kompetente Fachkraft? Instrumentalschule im Alleingang?
Das Erlernen einer Sprache sollte schliesslich der Verständigung, der Aussagefähigkeit dienen. Schulen kann man sich kaufen, so wie Sprachlehrbücher, die in 30 Tagen Erfolg versprechen. Der Instrumentalunterricht allerdings hat mit dem ganzen Menschen zu tun, nicht nur die galante Wendung zu einem gegebenen Thema muss eingeübt werden. Wendigkeit in allen Bereichen unserer Geistigkeit und Körperlichkeit bedarf umfassender Schulung. Die "Bedienung" des Instrumentes sollte zu musikalischer Aussage führen. Sprache, auch die Sprache Musik, ist Kommunikation, braucht ein Visavis, ein Gegenüber. Das auf Stärken und Schwächen des lernenden Menschen einzugehen vermag und den Stoff einer Schule nach Bedarf ergänzt oder vereinfacht. Entlastet also vom Anspruch umfassender Vermittlung, findet man bei Alexander Hanselmann einen gründlichen Lehrgang, der flötistische Ausbildung mit musikalischer Grund- und Weiterbildung verbindet. Die Fibel in zweierlei Bedeutung hält als Spange zusammen und ist Hilfsbuch zum Lesenlernen für Anfänger. Interpretation ist oft Glücksache - und doch wage ich, die vier vorliegenden Bände in diesem Sinne zu deuten: drei Hefte als Hilfsbuch zum Lesenlernen für Anfänger in Bezug auf das Spiel mit der Flöte, zum Lesenlernen der Musik-Zeichensprache und die "Fundgrube" als verbindendes Element und Nachschlagewerk.

Hanselmann lässt flexiblen Anfang zu, notiert auch deutlich die Gleichgriffigkeit der unteren und mittleren Oktave, überlässt es dann dem Lehrer, den "Trick" zur reinen Tonerzeugung in beiden Registern mit seinem Schüler herauszufinden. Ideen zu Flötenkopfimprovisationen eröffnen einen Reigen von Denkanstössen. Viel Raum für das Festhalten eigener Erfahrungen und Ergebnisse des Gelernten ist gegeben, ermöglicht den eigenen Weg des Lernens zu verfolgen. Band 1 versucht in Anlehnung an Bekanntes Grundlagenarbeit zu bewältigen. Band 2 legt das Schwergewicht auf die rhythmische Schulung und kann mit Band 3, der die ganze Flötenskala ausweitet, parallel erarbeitet werden. Graphische Symbole machen auf didaktische Absichten aufmerksam und können im Theorieband entschlüsselt werden. "Die Fundgrube" ist nicht nur Zusammenfassung des Arbeitsmaterials von Band 1-3, sondern Lexikon für flötistische Aspekte. Musiktheorie, Notation, Rhythmus, Akustik, Musikgeschichte - und sei als Nachschlagewerk auch denjenigen empfohlen, die diese Schule nicht als Grundlehrmittel verwenden. Eine Griff- und Trillertabelle, verdienstvoll bis f```` geführt, rundet die Zusammenstellung ab. Die Tatsache. in einem gesonderten Heft auf Suche zu gehen, fördert sicher die Wahrnehmung - nicht alles ist am Ort bereitet. Eine Schule, die Ziel- und Prozessorientiertheit des Lernens gleichermassen verbindet.

Brigitte Bryner-Kronjäger

   

 

 

 

Rezension aus "Ueben und Musizieren" 3/95 (ungekürzt)

«Es gibt viele Wege nach Rom und fast ebensoviele Flötenschulen. Dennoch hat mich die Aufgabe gereizt, dieser reichhaltigen Auswahl meinen eigenen Weg hinzuzufügen», schreibt Alexander Hanselmann in seiner Querflötenfibel. Wohl wahr, hier bereichert ein ausführlicher Weg z.T. mit wirklich neuen Ideen den Unterricht. Diese Fibel ist bewusst antiautodidaktisch gehalten. Ausserdem verzichtet Hanselmann auf Atem- und sonstige Ansatzproblematik, da «sie sich nun mal nicht nur mit Worten lösen lassen, und bezüglich pädagogisch-didaktischer Aspekte» will er niemandem seine eigene Auffassung aufdrängen (eine ehrliche und sehr löbliche Meinung!). Band 1 bis 3 sind einheitlich aufgebaut: Am Anfang der insgesamt 56 Kapitel wird kurz notiert, was hier gelernt werden soll (nicht nur Noten, sondern auch sämtliche musikalischen Zeichen). Dann folgen vom Lehrer bzw. von der Lehrerin individuell auszusuchende Einspielübungen (siehe Fundgrube). Durch Symbole, die ebenfalls in der Fundgrube erklärt sind, wird bei nahezu jedem Stück eine Erklärung oder eine Aufgabe beschrieben. Dann kommen Übungen für das neu zu Lernende, gefolgt von Stücken und Duetten. Am Ende gibt es die Möglichkeit, ein Stück selber zu schreiben oder, auch ganz wichtig: Improvisations-Übungen.

Band 1 (Die ersten Schritte) beinhaltet nach abwechslungsreichen Kopfstückübungen den Tonraum c' bis d"', Dur-Tonarten bis drei Vorzeichen und Improvisationsprogramm. Band 2 (Tanzen und Springen) hat als Schwerpunkt die Erweiterung der Rhythmik und die Einführung "komplizierter" Taktarten sowie die Moll-Tonleitern. Im Band 3 (Gratwanderungen), den man auch parallel zu Band 2 benutzen kann, werden vor allem die dritte Oktave und auch neue Spieltechniken gelernt.

Dreh- und Angelpunkt dieses Lehrwerkes aber ist "Die Fundgrube". Die Fülle von guten und wichtigen Informationen sei mit der Einführung zur Fundgrube dokumentiert: «Die Fundgrube enthält die unentbehrlichen Hilfsmittel, welche beim Erlernen des Querflötenspiels täglich gebraucht werden: Einspiel- und Tonübungen, Grifftabellen, Nachschlageregister. Daneben geben zahlreiche Grafiken, Arbeitsblätter und Hintergrundinformationen die Basis, um spezifische Themen mit dem Schüler zu erarbeiten. Ein Überblick über die Musikzeichen, Fachwörter und die wichtigsten Personen der Musikgeschichte runder den Band ab. Die Informationen der Fundgrube sind bewusst nicht in die drei Arbeitsbände integriert worden. So besitzen die Schüler alle wichtigen Grundlagen in einem Heft, das sie bei ihrem weiteren Flötenspiel noch lange nach Abschluss der Querflötenfibel begleiten wird.»

Ein für mich ganz wesentlicher Aspekt in dieser Fibel ist die Schulung des Bewusstseins. Die SchülerInnen werden sehr zur Aufmerksamkeit erzogen, und die Phantasie wird gefordert und gefördert. Eine hervorragende und bis ins Detail gut durchdachte Flötenschule, an der die Kinder sicher Spass haben werden. Einziger Nachteil: für viele AnfängerInnen sicherlich zu teuer.

Theo Kinder

   

 

 

 

Rezension aus "TIBIA" 2/95 (ungekürzt)

Die zentrale Idee dieser mit hohem Anspruch konzipierten Querflötenschule ist der alle Lektionen begleitende Theorieband. Dieser enthält Einspiel und Tonübungen, eine ausführliche Einweisung in allgemeine Musiklehre, eine Musikgeschichtsübersicht, Tonleiterübungen und Griff- und Trillertabellen.

Sehr passend erscheint die Bezeichnung "Die Fundgrube" - man muss sich richtig hineingraben und kann dann aber sehr viel finden. Sowohl Lehrer als auch Schüler dürfen sich von der immensen Informationsflut dieses Begleitbandes nicht abschrecken lassen. Gemeinsames Studieren des Theoriebandes und die sinnvolle Kombination mit den drei Lehrbänden ermöglichen dann einen gewinnbringenden Instrumentalunterricht.
Band 1, Die ersten Schritte, behandelt den Grundlehrstoff. Nach dem sinnvollen Anfang auf dem Kopfstück wird in der üblichen Weise mit den Tönen g', a', h' begonnen. Die gesamte flötentechnische Einweisung des Schülers wird ausdrücklich dem lnstrumentallehrer überlassen, der so trotz strenger Vorlage seinen persönlichen Unterrichtsstil einbringen kann/muss/soll.

Gut eingebaut und über den simplen "Notenlesen-Lernen-Aspekt" mittelmässiger Flötenschulen hinausführend sind die konsequent vom Schüler verlangten Eigenleistungen, die vom einfachen "Atemzeichen setzen" über "Melodien schreiben" bis hin zu regelmässig eingebauten "Improvisationsübungen" gehen. Selbst dem in dieser Hinsicht ganz unbeleckten Lehrer wird ein Miteinsteigen vermittelt, damit das Gebiet der Improvisation dem Schüler nicht verschlossen bleibt.
Die folgenden Bände "Tanzen und Springen" und "Gratwanderungen", sollten parallel gearbeitet werden. Differenziertere Rhythmik und Chromatik neben dritter Oktave und moderner Spieltechnik können an die Lernschwerpunkte der Schüler angepasst werden. Auf die Integration der Fundgrube sollte unbedingt geachtet werden.
Jeder Band enthält das allgemeine Vorwort und eine spezielle Einführung. Am Ende befindet sich ein Inhaltsverzeichnis mit Auflistung von Kapiteln und Lernschritten sowie Angaben zu seltenen Schallplatteneinspielungen von empfohlenen Hörbeispielen.

Das Literaturangebot innerhalb der Querflötenfibel ist reichhaltig und umfasst die unterschiedlichsten Stilrichtungen und reicht von Volksliedern mit Texten in verschiedenen Sprachen, bekannten Melodien berühmter Werke von Beethoven, Mozart, Schumann, Rossini usw. bis hin zu Ragtimes, Folklore und Josquin des Prez. Wirklich schade, dass es sich fast ausschliesslich um Bearbeitungen handelt! Als wesentliche Ergänzung muss auf originale Flötenliteratur hingewiesen werden, die in einem solchen Lehrwerk nicht unerwähnt bleiben dürfte. Vor allem die zahlreichen Solosonaten aus dem 17/18. und 19. J h. sollten einen Schwerpunkt darstellen - auch wenn ein Unterrichtswerk auf Solo bzw. Duett mit Lehrer konzentriert ist. Falls der Instrumentallehrer selbst kein Tasteninstrument beherrscht, sollte er die Bassstimme auf der Flöte spielen. Des weiteren ist es immer von grossem Nutzen, sich gelegentlich mit Klavierkollegen zusammenzutun, um fachübergreifend kammermusikalisch zu arbeiten. Die ganz gezielt antiautodidaktisch angelegte "Querflötenfibel" verbindet in gekonnter Weise die Unersetzbarkeit eines lnstrumentallehrers mit aktivem Mitdenken und Selbständigkeit eines Schülers. Der Theorieband "Die Fundgrube" wird dabei zum gestaltenden Unterrichtsprinzip. Wer sich diese Grundidee zu eigen machen kann und dabei die doch so wesentliche und zahlreich vorhandene Originalliteratur zu integrieren versteht, wird mit Schülern belohnt, die dann mehr können werden als richtige Griffe zur richtigen Zeit.
"Die Querflötenfibel" von Alexander Hanselmann ist eine Bereicherung der Instrumentalschulen-Landschaft.

Katrin Krüger

   

 

 

 

Rezension aus "Flöte AKTUELL" 2&3/95 (ungekürzt)

Die Querflötenfibel von Alexander Hanselmann, äusserlich sehr ansprechend aufgemacht, sollte jede(r) Flötenlehrer(in) aufmerksam studieren. Sie besteht aus vier Teilen: «Die ersten Schritte» (Band 1), «Tanzen und Springen» (Band 2), «Gradwanderung» (Band 3), wobei Band 2 und 3 parallel gearbeitet werden können, und einem Theorieband, genannt «Die Fundgrube».

Wie jede Schule sollte auch diese von dem (der) jeweiligen Lehrer(in) lebendig gemacht werden. So sind bewusst Erklärungstexte für Atmung, Haltung usw. auf ein Minimum beschränkt, um, wie es im Vorwort heisst: «bezüglich methodisch-didaktischer Aspekte niemandem etwas aufzudrängen». Am Ende jeden Bandes ist eine klare Übersicht über die in den einzelnen Kapiteln neu auftauchenden Lerninhalte, so dass man sich leicht informieren und eventuell zusätzliche Spielstücke oder Übungen einflechten kann. Sehr informativ sind auch die Vorschläge von Einspielungen/ Plattenlabels passend zu einigen Musikstücken in der Schule. Der erste Band beginnt gleich im ersten Kapitel mit den Tönen g', a' und h' und drei verschiedenen Noten- und Pausenwerten. Dies lässt darauf schliessen, dass die Schule gewisse Grundkenntnisse und -fertigkeiten voraussetzt, bzw. für ältere Kinder gedacht ist. Zum Alter der Schüler sind keine Angaben gemacht. Sind die ersten fünf Töne/ Griffe eingeführt, beginnt im ersten Band ein kleines Improvisationsprogramm, das im 2. Band weitergeführt wird und die Schüler(innen) ermutigt, über Akkordfolgen mit immer wachsendem Tonvorrat zu improvisieren. Von Anfang an werden Duos und Kanons angeboten, zunächst mit einer zweiten Stimme für den Lehrer, erst am Ende des Bandes soll ein(e) Schüler(in) diese übernehmen. Auf Gruppenunterricht wird nicht eingegangen. Das Transponieren wird erst im 2. Band angesprochen, hier kann man als Lehrer(in) sicher schon vorgreifen. Immer wieder ist Raum gegeben, selbst Melodien zu erfinden und zu notieren. Eine zusätzliche Information bzw. Aufgabenstellung zu jedem Musikstück, ist durch eine Reihe von Piktogrammen gegeben, die jeweils über den Noten stehen. So erinnert z.B. ein Krug daran, besonders auf die Form, ein Hammer, auf den Rhythmus dieses Musikstücks zu achten.

Um die Schule nicht zu überladen, sind spezielle Themen in den Theorieband verlagert. Dort findet man eine Sammlung von Einspiel- und Tonübungen, Hinweise zu Intonation, Atemtechnik und anderen flötenspezifischen Themen mit guten Illustrationen, ausserdem Griff- und Trillertabellen und alle Tonleitern. Dazu eine Art Kurzlexikon über Musikzeichen, Fachwörter und Musikgeschichte. Insgesamt bietet dieses vierbändige Werk eine Fülle an Musizier- und Informationsmaterial. Besonders die Auswahl der Musikstücke besticht durch ihre Vielfalt und KIangschönheit. Bleibt einzig zu bemerken, dass bei einer Neuauflage im Sinne der leichteren optischen Erfassung die Piktogramme kleiner und die Arbeitsblätter in der Fundgrube übersichtlicher gedruckt werden sollten.

Bärbel Metzger

   

 

 

 

Rezension aus "Flöte AKTUELL" 2/2009 (ungekürzt)

Alexander Hansemann, der an der Musikhochschule Winterthur Querflöte studierte und seit 1980 als Querflötenlehrer an der Musikschule St. Gallen tätig ist, setzt in seinem Lehrwerk keinerlei Kenntnisse voraus. Die Querflötenfibel besteht aus drei Bänden mit 48, 44 und 60 Seiten und einem Theorieband, der 68 Seiten umfasst. Die Schule sollte in jedem Fall gemeinsam mit einem Lehrer erarbeitet werden (vgl. Hanselmann 2000, 2). Literatur für Querflötenensembles, die in das Lehrwerk integriert werden kann, bieten die beiden Ergänzungsbande.

Band 1 mit dem Titel „Die ersten Schritte" vermittelt die Grundlagen des Flötenspiels. Nach einigen Übungen auf dem Kopfstück wird, beginnend mit den Tonen g1, a1 und h1, schrittweise der Tonraum von c1 bis d3 erarbeitet und in vielen Übungen und Musikstücken gefestigt. Daneben werden verschiedene Anregungen zur Improvisation gegeben, die sich im Folgeband fortsetzen. Im zweiten Band, „Tanzen und Springen", werden sukzessive Rhythmuskenntnisse erweitert und die Chromatik eingeführt, während in Band 3 mit dem Titel „Gratwanderungen" in erster Linie die Töne der dritten Oktave gelehrt werden. Aufgrund dieser unterschiedlichen Schwerpunkte empfiehlt der Autor Band 2 und 3 nach Beendigung des ersten Bandes parallel zu erarbeiten (vgl. Hanselmann 2000, 2). Der Theorieband, „Die Fundgrube", weist neben mehreren Einspiel-, Ton- und Tonleiterübungen vor allem die Vermittlung musiktheoretischer und musikgeschichtlicher Inhalte auf, die in verschiedenen Arbeitsblättern praktisch angewendet werden sollen. Außerdem befinden sich hier sämtliche Anweisungen zur Spieltechnik, die bewusst kurz gehalten wurden um der Lehrkraft einen gewissen Spielraum zu geben (vgl. Hanselmann 1998, 3). Darüber hinaus sind Musikzeichen, Fachbegriffe und Musikgeschichte in Form eines kleinen Lexikons dargestellt sowie eine Griff- und Trillertabelle beigefügt. „Die Fundgrube" soll unbedingt parallel zu den drei Bänden in den Unterricht integriert werden (vgl. Hanselmann 2000, 2).

Im ersten, zweiten und dritten Band überwiegt das Notenmaterial gegenüber den sehr knappen wörtlichen Ausführungen. Bilder lassen sich lediglich auf den Umschlägen der drei Bände finden. Der Theorieband hingegen weist umfangreichere Textpassagen sowie Bildmaterial zur Veranschaulichung spieltechnischer Vorgänge auf. Das Spielmaterial setzt sich aus Ton-, Artikulations-, Rhythmus- und Tonleiterübungen sowie Musikstücken zusammen. Letztere decken alle Epochen der Kunstmusik ab, schließen auch Volkslieder, internationale Folklore, Gospel und Ragtime, mit ein und sind mit einer bzw. zwei Querflöten sowie teilweise mit Klavier- oder Gitarrenbegleitung spielbar.

Corina Nastoll

     
     

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